
Joachim Kroll
Berufsverbot & Radikalenerlass

Anfang der 1970er Jahre erklärte die Bundesregierung in dem Radikalenerlass, Bewerber für den Öffentlichen Dienst auf deren Verfassungstreue zu überprüfen. Die Politik wollte linke Verfassungsfeinde aus dem öffentlichen Dienst ausschliessen und nutzte dazu Methoden eines Überwachungsstaats.
Um als verfassungsfeindlich zu gelten reichte es schon, Mitglied der DKP zu sein oder linke Flugblätter zu verteilen. Und dadurch ein Berufsverbot für den öffentlichen Dienst auferlegt zu bekommen.
Joachim Kroll wollte Lehrer in Hamburg werden, als er 1976 Post vom Hamburger Personalamt bekam: es sei zweifelhaft ob Kroll jederzeit für die freiheitliche demokratische Grundordnung eintrete. Er sei Mitglied der Deutschen Kommunistischen Partei und deren Jugendorganisation SDAJ. Ein Brief der sein Leben für immer veränderte.
Für das Magazin SPIEGEL GESCHICHTE habe ich Herrn Kroll in seinem Haus im Wendland portraitiert.
Text · Der Kampf des Herrn Kroll von Sebastian Kretz
Print · SPIEGEL GESCHICHTE 1/2026 – Wie Demokratien sterben
Online · spiegel.de



